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1. „Tag der Sonnenblume“ auf dem Hartungshof

Normalerweise begehen eingefleischte Fans am ersten Samstag im August den „Tag der Sonnenblume“. Einen Tag zu Ehren einer Pflanze, die mit ihrer leuchtenden gelben Farbe Lebensfreude und Langlebigkeit ausstrahlt.
Die Sonnenblume (Helianthus) blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon die Ureinwohner Amerikas nutzten die Sonnenblume als Nahrungsquelle, Medizin und Farbstoff und überhöhten sie zu einer göttlichen Pflanze. Die Spanier brachten die Sonnenblume nach Europa, wo sie zunächst als Zierpflanze Beliebtheit erlangte. Später setzte der niederländische Maler Vincent van Gogh in seinen berühmten Werken den Sonnenblumen ein Denkmal.

Heute wird die Sonnenblume vor allem für ihr Öl geschätzt, das in der Küche, in der Kosmetik und in der Industrie verwendet wird. Die Sonnenblumenkerne sind ein leckerer und gesunder Snack, der reich an Vitamin E, Magnesium und Ballaststoffen ist. Die Sonnenblume ist zudem eine wichtige Bienenpflanze, die den Bestäubern Nektar und Pollen bietet und den Vögeln wertvolle Nahrung.

Die Bliesgau Ölmühle und Landwirt Wolfgang Kessler haben erstmals zu einem „Tag der Sonnenblume“ für Freitag, 4. September eingeladen. Warum so spät? „Umso die Bedeutung als Lebensmittellieferant der Zukunft hervorzuheben“, wie Patric Bies von der Bliesgau Ölmühle erklärte und nicht „die einer schönen Blühpflanze für Balkon und Garten“.

Noch vor 30 Jahren stellten Sonnenblumen im Saarland für Landwirte ein hohes Ernterisiko dar. Die damaligen Sommer waren weder warm noch trocken genug. Wenn es im September in die Reife ging, erschwerten meist schon herbstliche Regenfälle die Ernte und bargen das Risiko von Schimmelbildungen in der Pflanze. Doch mit den fortschreitenden Klimaveränderungen in den 2000er Jahren, stiegen die Anbauflächen für Sonnenblumen, während die für Raps – die bedeutendste Ölpflanze in Deutschland – zurückgingen.

Über 30 Akteure aus Landwirtschaft, Handel, Umwelt- und Naturschutz folgten der Einladung zum ersten Sonnenblumentag auf dem Hartungshof, der in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau mit Sitz in Berlin zustande gekommen war. Vormittags wurden in Talkrunden die vielen Facetten der Sonnenblumen vorgestellt, davon die wichtigste: das enthaltene pflanzliche Eiweiß, was die Kerne für Menschen interessant macht, die auf Fleisch verzichten. Aber auch für diejenigen, die nicht auf Fleisch verzichten möchten, tun mit dem Verzehr ihrem Körper nur gutes.

Landwirte profitieren vom Anbau direkt wie indirekt. Die Umwandlung der Kerne zu leckerem Speiseöl, erzeugt ein „Presskuchen“ der als Kraft- und rein veganes Kraftfutter für Wiederkäuer sehr interessant ist. Doch wenn sie vor der Ölpressung von ihren Schalen befreit werden, lässt sich der „Presskuchen“ als schmackhaftes Lebensmittel z.B. in Brote oder als Backmehlzusatz verwenden und sich dadurch ein höherer Deckungsbeitrag erzielen.

In der Mittagspause gab es ein Essen, wo sich alles um Sonnenblumen drehte. Hierzu stellte die Firma Feingrün aus Tünsdorf frische Microgreens aus Sonnenblumen zur Verfügung. In Kombination mit klein gehackten Kernen, war eine passende Sauce für das Sonnenblumen-Menü gefunden.
Danach ging es zur Feldbesichtigung auf die Höhen über die Blies, wo Wolfgang Kessler etwa 40 Hektar Sonnenblumen wachsen lässt. Trotz einer extremen Dürre ist Kessler über den zu erwartenden Ernteertrag erfreut und überrascht zugleich.

Die teilnehmenden Akteure wollen in Sachen Sonnenblumen weiterhin in Kontakt bleiben und 2027 den Anbau ausweiten. Bis dahin wird die Bliesgau Ölmühle ihre Ölpalette um ein Sonnenblumenöl in Bio-Qualität erweitern.



Bliesgau Ölmühle • Gut Hartungshof • Bliesransbach


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